Commedia vana in un atto. Per i nostri lettori tedescofoni. Selbst für sie eine Zumutung!


(Herzlichen Dank an Geek Pie für die 62 Schlagwörter!)


Personen:

Sarah

Lara

Schatzi, der Kellner

Orso

Giulio


Lara und Sarah sitzen im Café am Kanal, im Schatten.


– Känguruhfleisch? Der hat wirklich Känguruhfleisch gegessen?

– Ja, in Neuseeland. Er war in Neuseeland mit seinen Eltern… der Vater hatte dort eine Ausstellung…Zeitgenössische Bildhauerei aus Sardinien, oder so was Ähnliches.

– Gibt es Kängurus auch in Neuseeland? … Ist er nicht Rechtsanwalt?

– Ja, und dazu noch bildender Künstler, seit Jahren schon.

– Ach, was! Der Sohn wie der Vater. Das hat er mir nie erzählt, der Orso.

– Tja, du weißt schon: Orso erzaehlt nicht immer gerne so… persönliche Sachen. Also, manches erzählt er schon… es kommt darauf an. Wenn du ihn fragst, antwortet er. Ganz ehrlich.

– Das stimmt. Ach, hier kommen unsere Cappuccinos…

– Oder Cappuccini, Cappuccina, Cappuccinata, wie auch immer. Dankeschön, Schatzi.

– Danke.

– So… mit extra viel Ejakulat oben drauf.

– Ja, so wollen wir es haben… Oh, guck mal! Er hat unsere Initialen mit Kakaopulver drauf schabloniert.

– Oh, nein! Wie süß ist das? Aber hier… mein S sieht irgendwie sonderbar aus… so ein bisschen wie eine Schlange mit ganz dicken Eiern… soll es „Sa“ heißen?

– Zeig mal her. Ja, vielleicht wollte er deinen Namen ganz ausschreiben und gleich nach dem zweiten Buchstaben hat er gemerkt, dass der Platz auf dem Ejakulat dafür nicht reichen würde… Obwohl… es könnte auch „Se“ heißen…

– Ja, wie Selen. Warum nicht gleich „Sc“, wie Scandium? Oder „Sr“: Strontium.

– Oder vielleicht ist es sogar ein Sonderzeichen. Das Schwa zum Beispiel. „Der mittlere Zentralvokal, der sich artikulatorisch und akustisch etwa in der wohl definierten Mitte zwischen den anderen Vokalen befindet”. Ja, es ist definitiv ein Schwa.

-Na gut, dann ist es ein Schwa.

– Ja! Es passt definitiv zu deiner Persönlichkeit. Die Mitte, wonach du verzweifelt suchst. Das Gleichgewicht. Was hat dein Herr Doktor noch Mal gesagt?

– Depressiver Narzissmus, mit extremen Schwankungen zwischen einem übersteigerten Selbstbild und der Furcht, den Fremdansprüchen nicht zu genügen.

– Schön hört es sich an.

– Obwohl ich auch Maltes Formulierung ganz gerne mag: „besserwisserisch depri“.

– Nicht schlecht.

– Tja. Eine Minute überheblich und die Minute danach selbst-abwertend. Und ich war so ein fröhliches Kind! Wie sagt man? Ein Springinsfeld: unbekümmert und leichtsinnig. Irgendwann ist da was wohl schief gelaufen…

– Sag mal, ist es nicht kalt hier? Wollen wir uns nicht draußen setzen? In der Sonne?

– Ja, warum nicht? Hol mal die Taschen, ich nehme die Cappuccinos.

– Stattgegeben.

– Kannst Du mal auch die Bunte holen? Please?

– No problem. Vorsicht!


Draußen am Kanal, in der Sonne.


– Ach, ist es schön hier draußen.

– So. Hör mal zu: „Im Kirschgarten der Sommerresidenz von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis am Comer See fand am 25. April die traditionelle Verfolgungsjagd statt, womit das deutsche Adelsgeschlecht seit Jahrzehnten den italienischen Tag der Befreiung allegorisch darstellt. Gewinnerin der diesjährigen Jagd war Penny McLean, die in ihrer Danksagung… “

– Was? Lebt sie noch?

– Ja, natürlich lebt sie. Was denkst du denn? „… die in ihrer Danksagung Sokrates mit den Worten zitierte…“

– Was ist das hier?

– Schatzi, sag mal: was hören wir hier gerade?

– Leichtmatrose.

– Leichtmatrose?

– Ja.

– Kenne ich nicht. Kennst Du ihn?

– Nein.

– Schatzi, wir kennen ihn nicht… tja, weg ist er schon.

– Was der alles weiß, unser Indiemucke-Experte.

– Ja, sowohl die Stars als auch die sekundären Protagonisten kennt er. Alle.

– Von The Horrors bis zu Leichtmatrose. Und alles, was dazwischen liegt, natürlich auch.

– Zurück zur Bunte: „Madonna wird den Religionsstifter des Manichäismus Mani im neuen Film von Oliver Stone interpretieren. Die Dreharbeiten starten in Kürze in New Mexico. Die Pop-Sängerin erklärte der Bunte, Mani sei der Füllspachtel zwischen Zoroastrismus, Christentum und Buddhismus gewesen“.

– Nicht schlecht.

– Jah…

– Wie spät ist es?

– Fünf vor halb fünf.

– Hast du noch was vor heute Nachmittag?

– Nein. Und du?

– Auch nicht.

– Obwohl… Malte hatte mich gefragt, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, ihm im Garten zu helfen.

– Ah, ja? Was hat er vor?

– Er will Usambara Veilchen einpflanzen.

– Schön. Willst du hingehen?

– Na, ich weiß nicht. Es war so komisch das letzte Mal…

– Ja?

– Ja, er war so… na, ich weiß es auch nicht. Auf jeden Fall meinte er zu mir vorhin am Telefon, dass Ketchup das beste Dünger für Veilchen sei.

– Was?

– Ja, so hat er gesagt. Lust auf Kreuzworträtsel?

– Na gut.

– Wenn du kein Bock hast, kann ich weiter lesen…

– Nein, machen wir.

– Gut. Also, los geht’s. Jordanischer König, acht Buchstaben.

– Weiß ich nicht.

– Ok, also: ein Reifenspiel, auch acht Buchstaben.

– Hulahoop.

– Veraltet: Lampenschirm. Auch acht Buchstaben.

– Abatjour.

– Ok, dann jordanischer König wieder. Es fängt mit A an und endet mit H.

– Abdullah?

– Super. Weiter geht’s mit: Notobdach, sechzehn Buchstaben.

– …

– Na?

– …

– Lösungsvorschläge?

– Sind das nicht Orso und sein komischer Freund?

– Wo?

– Da, am Kiosk.

– Ja, da sind sie. Hey, Orso!

– Orso orsino!

– Qui! Al bar! Sarah e Lara! Wie heißt sein Freund noch Mal?

– Giulio.

– Ob sie wieder… Hi, orsetto! Giulio. Che fate da queste parti?

– Ciao. Ciao. Niente, Giulio cercava una rivista. Quell’edicola è molto ben fornita. E voi?

– Noi abitiamo qui vicino. Ci beviamo un cappuccino e facciamo le parole crociate. Non avete mai visto il nostro nuovo appartamento! Una sera di queste vi invitiamo a cena.

– Molto volentieri. A che punto siete quindi?

– … A che punto di cosa?

– Le parole incrociate. Cosa vi manca?

– Ah, abbiamo appena iniziato. Eravamo ferme a… Notobdach, sedici lettere.

– Notobdach? Che cazzo è?

– Eh… una casa… un ricovero… what’s the word? Di fortuna?

– Ah, okay. Wie viele Buchstaben?

– Sechzehn.

– Ausweichquartier?

– Ja! Passt.

– Sehr gut. Aromatisch duftendes Harz, neun Buchstaben.

– Weihrauch!

– Bravo Orso! Dein Deutsch wird immer besser, weißt du? Wenn du nächstes Jahr nach Italien zurück ziehst, kannst du bestimmt eine Stelle als Deutschlehrer finden.

– Ach, ich glaube, in Italien gibt es momentan keinen zu großen Lehrermangel.

– Hat nicht gerade eure Ministerin für Bildung tausende von Lehrern gefeuert?

– Ja, Grundschullehrer. In der Grundschule wird kein Deutsch unterrichtet… Obwohl in Südtirol…

– E tu, Giulio? Come sta andando il tuo corso di tedesco?

– Ah… bene. Sehr gut. Sehr besser.

– Viel besser.

– Viel besser.

– Na, du hattest am Anfang doch so ’ne blöde Lehrerin, nicht?

– Sì. Eine Rassist.

– Rassistin.

– Eine Rassistin. Aber jetzt ist sie viel besser… Ehi, non è Aiden Quinn quello?

– Quale? Dove?

– Lì, sulla copertina della tua rivista.

– Oh… ja, ist er.

– Mein Mann von dem Traum!

– Traummann.

– Genau. Ich liebe ihn… seit… Cercasi Susan disperatamente.

– Cercasi was?

– Desperately Seeking Susan.

– Ach ja. Mit Madonna und Rosanna Arquette… und Richard Hell!

– Ja, und Giancarlo Esposito, John Turturro, John Lurie…

– Ok, es reicht. Fangt bitte nicht wieder an mit euren Casting-Listen, ihr Filmlexika!

– Ist schon gut, wir hören auf. Und wir gehen auch. Vero, Giulio?

– A casa?

– Sì, a casa. Abbiamo quella cosa da fare, il mobile… non fingere di non ricordare.

– Ah, è vero. Il mobile!

– Bravo. So, dann sagen wir Tschüss und gehen weiter zu unserer Bastelstunde. Ach, so! Lara! Du wolltest doch das Originalrezept für Carbonara, richtig?

– Was? Du wolltest Carbonara essen?

– Ja, nein… nicht für mich, ich hatte es dir doch erzählt. Für meine Tante, die Toskana-Tante.

– Ach, richtig.

– Also maile ich es dir später zu. Aber sei bereit: es ist ziemlich hardcore.

– Wie hardcore jetzt? Was meinst du?

– Ja, man sollte nämlich keine Pancetta verwenden, also Bacon, sondern Schweinekamm.

– Was!?

– Ja, Schweinekamm oder alternativ… guanciale. Dafür hab’ ich noch keine Übersetzung gefunden.

– Ist das ekelhaft! Sag mir bitte nicht, dass es mit „guancia“ zu tun hat… Ich will es gar nicht wissen! Die Tante wird es wohl wissen. Oder sie wird ihre Toskana-Truppe an der Volkshochschule fragen.

– Ob die deutsche Fleischerei so einen Artikel führt…

– Ok, ich will nicht… wüten. Alles Weitere per E-Mail.

– Ja, besser so. Also, dann viel Spaß euch mit dem Basteln.

– Ja, Danke. E a voi buon divertimento con le parole crociate.

– Grazie, caro. Ciao!

– Ciao, belle!

– Sì, ciao belli!

– Tschaui!

– … Och, sind sie süß!

– Ja, sehr. Und der Giulio ist gar nicht so komisch…

– Nein, nur so ein bisschen ruhig, aber freundlich… What the fuck! Careful there! Deine Tasse ist undicht!

– Was? Oh, Jemene!

– Ach, du grüne Neune! Ah-ah!

– Meine Güte! Guck mal…

– Mein lieber Herr und Gott im Himmel! Wie kann es sein? Schatzi! Bring mal schnell ein Tuch!

– Oh, ist das doof.

– Soll ich?

– Nein, lass mal. Ist nicht so schlimm eigentlich.

– Schatzi, eure Tassen sind undicht.

– Ach was!

– Ja, guck mal.

– Oh…

– Ja, „oh“. So geht es nicht.

– Sorry, aber ich kann doch nichts dafür!

– Ja, ich weiß. War nicht ernst gemeint, Schatzi. Ist auch kein Drama. Die Hose kann man doch…

– Meine Floppy Disk!

– Was? Was macht denn deine Floppy Disk auf dem Tisch?

– Die habe ich eben rausgeholt, aus der Tasche, weil ich ein Tuch gesucht habe…

– Du bist ja aber…

– So, warte. Ich baue hier eine Art chinesische Mauer mit den Servietten auf… so, und hole mal ein feuchtes Tuch aus der Küche.

– Bravo, Schatzi. Mach mal.

– Weißt du? Es ist wie damals in Radolfzell mit dem Eiskaffee am Seeufer.

– Ja, sehr romantisch. Ich hoffe nur, dass Disketten nicht so empfindlich sind.
– Na, was ist da drin?

– Hochsensible Daten über die Mitglieder unseres Geheimbundes. Nein, nur meine Magisterarbeit.

– What!?

– Just kidding. Es sind halt die Word-Dokumente aus dem alten PC. Also, kleine Sachen. So, Briefe an die Hausverwaltung…

– Sicher? Nichts Tragisches, wenn sie verschwunden sind…

– Nein.

– Du bist sicher. Nicht dass du später die Telefonseelsorge anrufen musst.

– Sehr witzig!

– Oh, Schatzi… Danke!

– So, feuchtes Tuch und, hier, Oxy Clean für die Hose.

– Spot and Stain Remover. So was habt ihr in der Küche?

– Ja, natürlich.

– Ja, ihr mit euren undichten Tassen! Sag mal, was hören wir gerade?

– Lily Munster von The Horrors.

– Hatte ich doch gesagt, oder? Neue Single?

– Ja. Aus dem neuen Album: Papillon.

– So, Danke. Hier, dein Remover. Und das Tuch.

– Bitte sehr.

– Und deine chinesische Mauer hier können wir jetzt abbauen.

– Ja. Willst du uns nun ein Kastanienmännchen machen?

– Hehe…

– Ach, unser Schatzi. Ach, bringst du mir auch noch ein Tuborg, bitte?

– Gleich.

– Danke.

– So, Kaffee-Drama ist vorbei. Wollen wir weiter machen mit dem Kreuzworträtsel?

– Ok. Schieß los.

– Also, Tennisspielerin (Sylvia…), fünf Buchstaben.

– Lance.

– Sicher?

– Jah…

– Also Lens wie Linse oder… Ne, geht gar nicht.

– Äh?

– Buchstabiere, bitte.

– Ach, meine Legasthenikerin! L-A-N-C-E.

– Heimtückischer Mörder, acht Buchstaben.

– Mh… na, wie hießt es? Meuchler!

– …

– Na?

– Wie war es noch Mal?

– Meuchler. Sag mal, hast du keine Lust mehr?

– Doch…

– Doch nicht. Ich sehe schon. Wollen wir es hier meucheln? Schluss mit dem Rätseln.

– Ja, gut. Ach, da kommt dein Tuborg.

– So.

– Danke.

– Sag mal, Schatzi. Wie viele Broteinheiten enthält Bier? Weißt du das?

– 0.3

– Was? Du weißt es tatsächlich?

– Klar, bin doch Kellner.

– Aber was für Einer! Und wie viele Kohlenhydrate?

– 3.1

– Folsäure?

– 4.0

– Natrium?

– Na, kommt darauf an…

– Wie, „kommt darauf an“?

– Na ja, ich meine, es ist doch von… von der Marke abhängig…Tuborg, zum Beispiel… Ja, Tuborg…

– Jetzt hast du ihn verunsichert!

– Ja, Tuborg…

– Keine Sorge, Schatzi. War nur so zum Spaß. Geh ruhig zu deinen anderen Kundinnen da. Die wollen zahlen, glaub’ ich.

– Gut.

– Hey, hast du seine neue Siebdrucke gesehen?

– Von wem?

– Na, von Schatzi.

– Nein, ich wusste nicht, dass er so was macht. Was sind es für Sachen?

– Na, er bedruckt hauptsächlich Holz und Textilien. Erinnerst du dich an das eine T-Shirt mit den Fischen vorne und hinten diesem Dammbruch, mit dem Wasser, das ein Tal überschwemmt?

– Nein! Das hat er selber gemacht?

– Ja! Er ist richtig gut. Und jetzt hat er eben diese Holzplatten bedruckt: alle Sternzeichen, aber nicht eso- oder hippiemäßig. Sehr… comicsartig… dreifarbig. Frag ihn, ob er sie dir zeigen kann. Nächstes Mal beim Pokern.

– …

– Na, was ist?

– Nichts. Ich dachte nur… es ist mir irgendwie kalt hier draußen. Wollen wir nicht wieder rein?

– Wie du magst.

– Ist es okay für dich?

– Ja, klar. Bier, Taschen. Floppy nicht vergessen.

– Ach, ja. Die ist wieder trocken. Also, trockener.

– Schatzi. Uns ist kalt.

– Da ist ein Tisch frei, da am Fenster.

– Super. Da wollen wir hin.


Im Café, am Fenster.


– Du, weißt du, dass Schatzi mal Messdiener war?

– Ah, ja? In seinem Kaff da in Westfalen?

– Ja, streng katholisch war er mal gewesen. Also, katholisch erzogen, klar, aber er meinte, er war eine Zeit lang ein richtiger Gläubiger. Er meinte, er hat sehr gerne gedient. Und er hat es bestimmt sehr gut gemacht, denke ich. Fingerfertig wie er ist. Da mit den Oblaten und dem Wein und den ganzen liturgischen Gewändern.

– Tja, von Messediener zu Kellner.

– Bei Ihnen alles in Ordnung, Herr Pastor? Noch ein bisschen Austernsoße auf Ihrer Hostie?

– Sag mal, kam er nicht aus Würzburg eigentlich? Da wo die Mönche sind, die Benediktiner von diesem Kräutertee… Münsterschwarzach.

– Ja, ich weiß. Die mit der Druckerei. Nein, das war Alex. Er hatte sich verliebt in einem der Novizen. Richtig verliebt. Er hat noch Jahre danach von diesem Typen geschwärmt, mir Fotos geschickt…

– Love is the strongest feeling.

– Right. Wer hat es gesagt? Giselle Bündchen vielleicht? Oder war es Indira Ghandi?

– Ich glaube, das war noch vorher. Konfuzius oder so. 560 v. Chr. In der dritten oder vierten Klasse war er damals.

– Schatzi, wann hast du Feierabend?

– So, gegen acht. Ich muss dann Kassensturz machen und ein bisschen aufräumen. Warum fragst du?

– Also, nichts Besonderes, wir dachten halt… also ich dachte, du könntest uns deine neue Siebdrucke zeigen. Wenn du nicht schon was vor hast.

– Ja, klar. Hatte ich sie nicht schon…

– …

– Ihr kommt zu mir?

– Ja, dachte ich. Wir holen uns vielleicht eine Falafel auf dem Weg zu dir. Oder einen Döner meinetwegen.

– Können wir machen.

– Warst du schon mal in diesem neuen Laden drin? Da an der Ecke… Innstraße. Ich meine, es ist ein libanesischer Imbiss. Sieht ganz hübsch aus.

– Uh… weiß ich nicht, kenne ich nicht. Wir können ihn gerne testen. Und dann gehen wir zu mir. Du, ich muss weiter…

– Cool. Abgemacht. Hast du gehört? Wir gehen zu Schatzi nachher. Er zeigt uns…

– „Die Feder eilte weiter, glatt, behende“.

– Was sagst du?

– Buddenbrooks.

– Was du alles in deiner Tasche drin hast!

– Ich hab’ auch noch Das zweite vatikanische Konzil von Otto Hermann Pesch und Sonnenfresser von Susanne Paulsen.

– Photosynthese?

– Ja. „Wie Pflanzen leben“. Hat den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen.

– Und ist gut?

– Angeblich ja.

– Du hast es noch nicht gelesen.

– Nein. Sag mal, hatte er nicht polnische Vorfahren?

– Schatzi, meinst Du?

– Ja.

– Ja. Wendische Vorväter, wie seine Oma sagte.

– Nazi-Oma?

– Ein bisschen.

– Mh… Er wohnt immer noch in der Karl-Marx-Straße, oder?

– Ja.

– Können wir vorhin kurz zu H&M? Ich will mir einen Pulli kaufen. Es geht ganz schnell.

– Okay. Aber dann lässt du mich kurz an seine Playstation ran.

– Och…

– Er hat einen tollen, neuen Flugsimulator!

– Na gut, dann werde ich wohl, während du fliegst, mit seinem süßen Gassenjungen spielen müssen.

– Sein Mitbewohner, meinst du? Paul?

– Yes, the little rascal Mitbewohner.

– Sie wohnen nicht mehr zusammen!

– Was? Seit wann denn?

– Ach, ich weiß nicht so genau. Ich habe aufgehört, seine Umzüge zu zählen. Nicht so lange… Wann hatte er sich diesen Leberfleck entfernen lassen?

– Na… vor einem Monat?

– Hier, zwei Birnen. Frisch gewaschen, essreif.

– Danke, Schatzi! Die sehen richtig lecker aus. Sag mal, wann ist Paul … Weg ist Schatzi. Auf jeden Fall wohnt Paul nicht mehr da. Ich glaube, er wohnt jetzt… Scheiße! Die Birne! Entschuldigung. Ja, ist meine Birne. Danke. Ja, ich weiß: kausal. Man spielt mit dem Essen, das Essen fällt runter. Und rollt bis zum Nachbartisch… peinlich! peinlich! Naja… Du, er hat doch keine Playstation, er hat ein Nintendo… na, wie heißt es? Ist auch egal. Eine ordentliche Konsole… Ist was?

– Nein.

– Sicher?

– Ja, ja.

– Gefällt dir die Birne nicht?

– Doch.

– Gut. Also, ich hoffe, er wird mir dieses Mal eine kurze Einführung in diesen Flugsimulator geben. Nicht wie das letzte Mal mit dem Angelspiel, wo er dann die ganze Zeit an seinem Versuchsaufbau einer neuen Weltordnung gesessen hat. „Du kommst alleine klar, oder? Ich will hier kurz weiter mit meinem Experimentchen“. Fazit: ich bin nicht weiter als „King of the Puddle“ gekommen. Durchdringung des ersten Levels nicht gelungen. Okay, es gibt Schlimmeres. Glücklich war ich jedoch nicht. Und weißt du was? Du weißt, dass ich meine Aggressivität nicht ausleben kann… Zornig und frostig. Von außen ganz cool… Brad Pitt lässt grüssen… he-he… Obwohl er eigentlich gar nicht so cool ist, schlechtes Beispiel… Hey, was ist denn?

– …

– Na? Ist alles klar bei dir?

– Eh…

– Hey, what’s up, cutie?

– Nichts… Nothing, really. Ich bin nur… I just…

– Are you feeling sick? Shall I get you something?

– No, thanks. I’m really just… you know, a bit alienated. You know me. I sometimes just space out… the daydreamer. This whole day, you know, getting up early and taking mom to the airport… then reading and calling my brother, calling Elke, then reading again… And this… this afternoon here… Weißt du? Ich bin einfach…

– Alles klar bei euch?

– Yes! Ja, Schatzi. Alles in Ordnung.

– No worries, yes, meine Lieben.


Fine


Le 62 parole chiave erano: Känguruhfleisch, Ejakulat, Sonderzeichen, überheblich, Springinsfeld, Kirschgarten, Verfolgungsjagd, Penny McLean, Sokrates, Leichtmatrose, sekundär, Religionsstifter, Füllspachtel, Usambara Veilchen, Ketchup, Lösungsvorschläge, Weihrauch, Lehrermangel, Aiden Quinn, Bastelstunde, Schweinekamm, undicht, Floppy Disk, chinesische Mauer, Radolfzell, Geheimbund, Telefonseelsorge, Oxy Clean, Lily Munster, Papillon, Kastanienmännchen, Tuborg, Legastheniker, meucheln, Broteinheit, verunsichert, Siebdruck, Dammbruch, Messdiener, fingerfertig, Austernsoße, Würzburg, Giselle Bündchen, Indira Ghandi, Kassensturz, behende, Konzil, Photosynthese, wendisch, Flugsimulator, Gassenjunge, Leberfleck, frisch gewaschen, kausal, Nintendo, ordentlich, Versuchsaufbau, Fazit, Durchdringung, glücklich, zornig, Brad Pitt.


Ale

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